In den vergangenen Wochen haben sich Menschen aus der ganzen Uckermark zusammengeschlossen: Aus Vereinen, Initiativen, Unternehmen, Stiftungen, Kirchenkreisen und Zivilgesellschaft. Sie alle verbindet ein Gedanke, ein Wunsch an die Zukunft und an das Jetzt: Die Uckermark soll eine lebenswerte Region für alle sein. Im Mittelpunkt steht der Wunsch, Probleme und Herausforderungen gemeinsam anzugehen, anstatt abzulehnen, zuzuhören anstatt dazwischenzureden, mitzunehmen und nicht auszugrenzen.
Am 19. April wird gewählt. Und es geht um mehr als einen Termin im Kalender. Es geht darum, wie unser Landkreis in den kommenden Jahren geführt wird. Deshalb wenden wir uns heute in einem offenen Brief an Sie.
Liebe Uckermärkerinnen und Uckermärker,
Viele von Ihnen haben erlebt, wie ein Staat verschwand. Wie Betriebe schlossen. Wie Menschen gingen. Und wie andere blieben und sagten: Jetzt erst recht. Die Umbrüche kamen selten angekündigt. Und doch haben wir gelernt, nicht in Panik zu geraten.
Wir haben weiter Feuerwehr gemacht, Dorffeste organisiert, Kinder großgezogen und gearbeitet – in Werkhallen, auf Feldern oder im Büro.
Dann kam Corona. Plötzlich war Abstand Fürsorge, Diskussion Alltag und Verlässlichkeit keine Selbstverständlichkeit mehr. Da wurde wieder klar: Gemeinschaft ist kein WLAN – sie funktioniert nur, wenn man sich einwählt. Man muss erscheinen, mittragen und aushalten, dass nicht alle gleich denken.
Kaum war das überstanden, begann der Krieg in der Ukraine. Weltpolitik stand plötzlich im Hof. Energiefragen wurden konkret. Und gerade erleben wir erneut, wie nah die Welt ist: Der Krieg im Iran treibt Öl- und Gaspreise wieder nach oben.
Geflüchtete Menschen kommen an, Lieferketten geraten ins Wanken.
Auch hier zeigt sich: Selbst mit weitem Horizont lebt man nicht außerhalb der Welt.
Gleichzeitig spüren viele Menschen auch hier im Alltag, dass das Leben teurer geworden ist. Dass manche immer mehr haben – und andere immer genauer rechnen müssen.
Das sind reale Sorgen. Und sie verdienen ernsthafte Antworten. Sie verdienen, dass wir zuhören, dass wir hinsehen.
Vielleicht sind wir deshalb vorsichtig mit einfachen Lösungen. Rechtsextreme versprechen sie trotzdem. Aber sie leben von Ausgrenzung. Sie spalten dort, wo wir Zusammenhalt brauchen. Sie erklären Menschen zu Problemen, statt Probleme zu lösen.
Das ist keine Alternative für eine Region, die gelernt hat, mit Brüchen umzugehen, ohne
auseinanderzufallen.
Was wir brauchen, sind funktionierende Dinge: Busse, die fahren. Arztpraxen, die erreichbar sind. Schulen, die Perspektiven öffnen, Wohnraum für jede Brieftasche, eine Verwaltung, die ermöglicht statt ideologisch blockiert.
Darum geht es auch am 19. April. Nicht um große Parolen, sondern um Verantwortung – darum, wie dieser Landkreis geführt wird und ob er stabil, offen, fürsorglich und friedlich bleibt.
Wir sind keine Gegend für Drama. Aber auch keine für Gleichgültigkeit.
Darum reden Sie darüber: am Abendbrottisch, im Verein, mit Nachbarn und Kolleginnen und Kollegen. Mischen Sie sich ein. Und gehen Sie wählen.
Damit die Uckermark eine lebenswerte Region für alle bleibt.
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